EXPERTENTIPPS

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Die Eintrittskarte ins Berufsleben

Wer mit seinem Bewerbungsschreiben überzeugt und zum Vorstellungsgespräch eingeladen wird, ist der Traumlehrstelle einen Schritt näher. Ein Profi verrät Tipps für die perfekte Bewerbung.

Nachdem die wichtige Frage geklärt wurde, für welche Lehrstelle in welchem Unternehmen man sich bewerben möchte, ist sie der nächste Schritt: die Bewerbung. Da sich für begehrte Lehrstellen viele Menschen bewerben, ist es umso wichtiger, aus der Masse herauszustechen.

Doch was braucht ein gutes Bewerbungsschreiben außer den unverzichtbaren Elementen – Lebenslauf, Zeugnisse, Motivationsschreiben – noch? Lehrlingscoach Marcus Braun kennt die Antwort: „Individualität. Ich rate deshalb, sich vorab genau über das Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, zu informieren.

Im Motivationsschreiben kann ich dann näher auf das Unternehmen eingehen und schreiben, warum ich mich genau dort bewerbe – und warum ich denke, dass ich für diese Lehrstelle gut geeignet bin.“ Wovon der Experte jedoch abrät: Den Text von einer Künstlichen Intelligenz (KI) verfassen zu lassen. Denn Personalverantwortliche erkennen sofort, ob ein Text individuell verfasst wurde – oder nicht. „Es zahlt sich deshalb aus, sich die Zeit zu nehmen und das Motivationsschreiben selbst zu verfassen. Ich kann es dann von der KI auf Rechtschreibfehler überprüfen lassen.“

Zusatzwissen aneignen

Doch wie lässt sich der Lebenslauf „aufpeppen“? Denn wer im letzten Pflichtschuljahr ist, hat meist noch nicht viele Zusatzqualifikationen. Deshalb alles anführen, was man außerhalb der Schule gemacht hat – und was für den Job hilfreich sein kann. Praktika gehören ebenso dazu wie Hobbys, bei denen wichtige Fähigkeiten erworben werden:

Wer in einem Fußballverein spielt, beweist Teamfähigkeit. Und wer ab und zu auf kleine Kinder aufpasst, zeigt, dass er Verantwortungsgefühl hat.

Marcus Braun: „Im empfehle, sich im vorletzten Schuljahr oder im Sommer vor dem letzten Schuljahr Zusatzwissen anzueignen. Gerade bei digitalen Skills gibt es ein großes Angebot. Das zeigt, dass man bereit ist, die Extrameile zu gehen.“ Sein Ratschlag: Auf Online-Plattformen wie LinkedIn Learning (de.linkedin.com/learning) oder Grow with Google (grow.google/intl/at-de) gibt es kostenlose oder leistbare Kurse – von Digitalmarketing bis Programmieren. 

Vorstellungsgespräch üben

Hat das Bewerbungsschreiben überzeugt und es folgt die Einladung zum Vorstellungsgespräch, kann KI durchaus hilfreich sein. Denn mit KI-Chatbots wie ChatGPT lässt sich ein Vorstellungsgespräch simulieren. „Dabei wichtig“, so Marcus Braun, „dass man dem Programm genaue Anweisungen, sogenannte ,Prompts‘ gibt, was es zu tun hat.“ 

Sein Vorschlag für solch einen Prompt: „Ich bewerbe mich für eine Lehrstelle im Einzelhandel, du bist der Personalverantwortliche. Stelle mir eine Reihe typischer Fragen und bewerte meine Antworten.“ Da eine KI aber kein reales Gespräch ersetzen kann, macht es Sinn, die Situation ergänzend mit Eltern oder Freundinnen und Freunden durchzuspielen. Das vermittelt Sicherheit, und man geht selbstbewusster ins Gespräch.

 Typische Fragen für das Bewerbungsgespräch sind übrigens im Internet zu finden. Oft fragen Personalverantwortliche, warum man glaubt, dass man gut für die Lehrstelle geeignet ist, wo die eigenen Stärken liegen und wie man mit möglichen Herausforderungen umgeht. Sich die Antworten darauf schon im Vorfeld zu überlegen – eine gute Idee. Denn wer gut vorbereitet zu einem Vorstellungsgespräch geht, kommt seiner Traumlehrstelle vielleicht einen Schritt näher.